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Wichtiger
Hinweis für Patienten zur Hyposensibilisierungsbehandlung
Hyposensibilisierung bedeutet, eine Allergie durch regelmäßige
Spritzen wie bei einer Impfung abzuschwächen. Deswegen nennt die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Hyposensibilisierung auch „Allergie-Impfung“
oder „spezifische Immuntherapie“. Diese Behandlung empfehle
ich Ihnen, wenn Sie Allergiestoffe (Allergene) wie Pollen, Hausstaubmilben,
Schimmelpilze, Tierhaare oder Insektengift nicht ausreichend meiden können,
eine Behandlung mit Medikamenten unbefriedigend ist, und vor allem, um
die Entwicklung eines allergischen Asthmas zu verhindern. Der Erfolg ist
umso besser, je gründlicher die Allergene, wie beispielsweise Milben,
während der Spritzenbehandlung gemieden werden, und je früher
mit der Behandlung begonnen wird.
Die Hyposensibilisierung erzeugt keine neuen Allergien, es kommt dadurch
auch nicht zu einer „Verschiebung“ der Allergien. Sie verhindert
auch nicht, dass sich weitere Allergien entwickeln, wobei sich bei hyposensibilisierten
Patienten weitere Allergien eher weniger häufig entwickeln, als bei
nicht behandelten Allergikern.
Die Behandlung ist zeitaufwendig, Sie erstreckt sich über mindestens
3 Jahre. Daher verlangt sie von Ihnen ein hohes Maß an Mitarbeit.
Nehmen Sie an der Behandlung nur dann teil, wenn Sie ganz sicher sind,
die Zeit und Zuverlässigkeit für diese Behandlung aufzubringen,
da bei unregelmäßiger Mitarbeit die Behandlung eventuell abgebrochen
werden muß. Dann behalten Sie nicht nur Ihre Allergie, es entstehen
Ihrer Krankenkasse auch verlorene Kosten über mehrere Hundert Euro.
Die gesamten Behandlungskosten dieser anerkannten Heilmethode werden von
der Kasse übernommen.
Ziel der Behandlung ist es, Ihren Körper im Umgang mit Allergenen
vertraut zu machen; an kleinsten Mengen soll er lernen, sie sachgerecht
abzuwehren. Nach einer Hyposensibilisierung können Sie mit einer
hohen Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass Sie künftig gegen diese
Allergie geschützt sind.
Bei der Hyposensibilisierung werden Ihrem Körper in kleinsten Mengen
diejenigen Stoffe zugeführt, die bei einer vorausgegangenen Allergietestung
bei Ihnen als allergieauslösende Wirkstoffe (Allergene) erkannt worden
sind. Die Allergen-Dosis, die Sie erhalten, steigt dabei zunächst
wöchentlich an und bleibt später konstant.
Die Hyposensibilisierung ist nicht risikolos. Bei der Behandlung werden
kleine Mengen der individuell für Sie angefertigten Allergenlösung
mit einer feinen Nadel unter die Haut eines Oberarmes gespritzt. Danach
kann es (selten) zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Durchfall
kommen. Rötung und Schwellung können an der Einstichstelle auftreten.
Schwerer wiegt schon eine sehr selten auftretene, ausgedehnte Schwellung
und Rötung, die das nächste Gelenk überschreitet, ferner
Augenjucken, Tränen, Niesen, Hustenreiz, Schnupfen, Luftnot oder
Enge über der Brust. Der ganze Körper kann rot werden oder von
Quaddeln bedeckt sein, die Lider können anschwellen. Die schwerste
Reaktion ist der Kreislaufschock. Seine Vorläufer sollten Sie kennen:
Kribbeln bis Brennen an Handtellern oder Fußsohlen, an den Schleimhäuten
von Mund, Zungen, Genital- und Analregion, Hitzegefühl, generalisierter
Juckreiz, krampfartige Bauchschmerzen.
Seien Sie aber beruhigt: dieser schlimmstmögliche Fall ist äußerst
selten.
Sie können mich bei Ihrer Behandlung unterstützen und das Risiko
mindern, wenn Sie folgende Punkte beachten:
Da mögliche Nebenreaktionen kurz nach der Injektion der Hyposensibilisierungslösung
auftreten, müssen Sie nach jeder Behandlung 30 Minuten in der Praxis
bleiben!
Von dieser Vorschrift kann es keine Ausnahme geben!
Nach Ablauf der Zeit melden Sie sich bitte am Empfang ab. Eine starke
Nebenreaktion kann auch auftreten, wenn Sie vorher schon viele Injektionen
erhalten und gut vertragen haben. Bei allen Nebenreaktionen sprechen Sie
mit mir oder suchen im Notfall einen Arzt oder eine Klinik auf.
Nach der Wartezeit von 30 Minuten kommen Nebenwirkungen nur noch selten
vor. Gelegentlich kommt es zu Müdigkeit, bei der Sie nur eingeschränkt
fahrtüchtig sind. Treten einmal stärkere Beschwerden wie Atemnot,
Hautausschlag oder gar Schwindel auf, so suchen Sie sofort den nächst
erreichbaren Arzt oder das nächste Krankenhaus auf. Ein endogenes
Ekzem (atopisches Ekzem, Neurodermitis) kann sich vorübergehend verschlimmern.
Verstärkt treten Nebenwirkungen nach heißem Duschen, starker
körperlicher Anstrengung und nach alkoholischen Getränken auf.
Daher solltenSie für den Rest des Tages darau verzichten. In seltenen
Fällen wird bei Unverträglichkeit der Spritzen die Behandlung
vorzeitig beendet.
Bitte informieren Sie mich vor jeder Spritze,
• falls Sie Nebenreaktionen oder Besonderheiten bemerkt haben,
• falls Sie krank waren oder sind (z.B. Erkältung, Grippe usw.),
• wenn Sie schwanger werden, oder eine Schwangerschaft planen
• falls die allergischen Beschwerden zunehmen,
• falls Sie folgende Medikamente einnehmen: Beta-Blocker, Immunsupressiva,
• wenn Sie eine andere Impfung erhalten haben.
• wenn Sie einen längeren Urlaub oder Dienstreise planen.
Erscheinen Sie bitte regelmäßig zu den empfohlenen Terminen.
Größere Zeitabstände zwischen den Spritzen zwingen den
Arzt, die Menge der gespritzten Lösungen herabzusetzen, wodurch der
Erfolg in Frage gestellt wird. Die Zeitabstände betragen anfangs
meistens 1 Woche, später in der Regel 4 Wochen. Kinder kommen in
Begleitung Erwachsener zur Behandlung.
Für die Bestellung Ihrer Therapielösung geben Sie in der Apotheke
den Bestellbogen zusammen mit dem Rezept Ihres Arztes ab. Achten Sie bitte
darauf, dass Ihre Lösungen rechtzeitig bestellt werden: die Lieferfristen
können Tage bis Wochen betragen! Wird die Therapielösung nach
dem Abholen aus der Apotheke nicht direkt zum Arzt gebracht, so muss sie
zu Hause bei 4-8°C im Kühlschrank gelagert werden! Die Packung darf
weder erhitzt (z.B. Sonne oder im Auto) noch tiefgefroren (Eisfach) werden!
Zu
Ihrer Information lesen Sie bitte auch den Beipackzettel der Hyposensibilisierungslösung
genau durch.
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