Aktuelles zum Thema Hautkrebs


Hautcheck beim Dermatologen spürt Melanome am besten auf

Amerikanische Daten unterstreichen einmal mehr die Bedeutung des Hautkrebs-Screenings: Melanome werden nicht nur häufiger, sondern auch früher bei einer Routine-Inspektion des Dermatologen entdeckt als aufgrund eines Verdachts des Patienten.
Eine retrospektive Analyse der Daten von 126 Patienten mit einem malignen Melanom - davon 51 invasiv und 75 in situ - ergab: 56,3 Prozent der Melanome war bei einem Ganzkörper-Screening auf Initiative des niedergelassenen Dermatologen gefunden worden. Besonders wichtig: Eine größere Anzahl der so diagnostizierten Melanome befand sich in einem früheren und daher besser behandelbaren Stadium. Die Dermatologen entdeckten fünfmal so häufig wie die Patienten Melanome von weniger als 1 mm Dicke.

Ein Hautkrebs-Screening könne demzufolge die Behandlungschancen verbessern und die Mortalität reduzieren helfen, schlussfolgern die Forscher. (Quelle: Kantor J et al: Routine dermatologist-performed full-body skin examination and early melanoma detection. Arch Dermatol. 2009; 145 (8): 873-6)


Mortalität bei Melanom

Eine aktuelle Studie (2017) beleuchtet das Risiko von Melanomen in Abhängigkeit von der Tumordicke. Letztendlich zeigt diese Studie, wie wichtig die Tumornachsorge auch bei dünnen Melanomen ist.

Melanome mit geringer Dicke fordern trotz häufig exzellenter Prognosen eine hohe Zahl an Todesopfern.

Ein Forscherteam von auf Hautkrankheiten spezialisierten Epidemiologen hat in einer kürzlich im „Journal of the American Academy of Dermatology“ publizierten Studie die durch maligne Melanome bedingte Mortalitätslast evaluiert. Auch die durch die Tumordicke gestützten Prognosen im SEER-Register waren Gegenstand der Untersuchung. Die Forscher unterteilten 49.319 Melanomfälle der Stadien I und II, die zwischen 1992 und 2003 diagnostiziert wurden, in die Kategorien T1 bis T4 ein und unternahmen dann eine Unterteilung der T1-Tumore in folgende Kategorien: 0,01 bis 0,25 mm, 0,26 bis 0,50 mm, 0,51 bis 0,75 mm und 0,76 bis 1,00 mm.

Die Anzahl und der Anteil der durch Melanom bedingten Todesfälle innerhalb von 10 Jahren nach der Erstdiagnose war primärer Gegenstand der Untersuchung und wurde bezüglich Tumordicke und Proportionen innerhalb der T1-Subkategorien mit Ulzerationen errechnet. Eine Verschlechterung der Prog­nose beim Fortschreiten der Erkrankung von T1 nach T4 konnte durch die Autoren grundsätzlich bestätigt werden; nichtsdestotrotz resultierten die meisten der untersuchten Todesfälle aus Melanomen, die bei der Diagnose zum Stadium T1 zählten. Die geringste Anzahl an Todesfällen in der T1-Kategorie trat bei einer Tumordicke von 0,01 bis 0,25 mm auf. Das Sterberisiko innerhalb von 10 Jahren lag bei der genannten Tumordicke allerdings höher als bei einer Tumordicke von 0,26 bis 0,50 mm. Die Prognosen verschlechterten sich zusehends, wenn die Tumordicke 0,51 mm überschritt.

Die Autoren bezeichnen das Auftreten dünner Melanome als erhebliche Last für die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung und raten dringend zu Maßnahmen, um Melanome nach Möglichkeit schon im In-situ-Stadium diagnostizieren zu können.
(Quelle: J Am Acad Dermatol 2017 Feb; 76(2):258–263.)